SINN

SINN

Da stand ich kürzlich am Ufer des Main in Kitzingen, träumte vor mich hin, als einer dieser großen Frachtkähne stromabwärts an mir vorbeizog… am Bug die riesige Aufschrift „SINN“. So soll es sein: kostbare Fracht, Bodenschätze oder industriell gefertigte Produkte, werden zu ihrem Ziel bewegt, zu ihrer Bestimmung und erfüllen dort ihren SINN. Danke an den Kapitän für dieses schöne Sinnbild!

Wenn der innewohnende SINN eines Unternehmens, einer Organisation, eines Teams die Führungsrolle bekommt, geschehen Wunder: nicht mehr Profit, Umsatz, Macht steuern das Ganze, sondern Weitblick und Demut. Das hat Auswirkungen auf die Strukturen: wieviel Herarchie ist wirklich nötig, welche Rollen und Funktionen brauchen wir, wie gehen wir miteinander um… damit wir den SINN des Unternehmens/der Arbeit erfüllen? Welche Konflikte lohnen sich, ausgestanden zu werden und welche erübrigen sich?

Neulich moderierte ich den Klausurtag eines Teams, das hochkomplexe Aufgaben in einem psychosozialen Aufgabenfeld zu bewältigen hat. Die hohe Anstrengung der Aufgaben wurde aber noch gesteigert durch frustrierende Konflikte zwischen zwei Lagern im Team und zwischen dem Team und der Führungsebene. Die moderierte Konzentration auf den SINN (wozu sind wir eigentlich da? was macht unsere Arbeit sinn-voll?) erzeugte zumindest kurzfristig eine beruhigende Rückbesinnung auf das Wesentliche. Die feine Ausformulierung des gemeinsamen Sinnes zentrierte die vorher noch so hitzigen Gemüter, machte Spaß und förderte Stolz und Identifikation sowohl mit dem eigenen Tun als auch mit dem Team. Konkrete Maßnahmen für den Arbeitsalltag wurden abgeleitet und erfüllen heute den Arbeitsalltag. Die Bewegung zum Ziel: mitten in einem herausfordernden Umfeld gesund, effektiv und mit Vision arbeiten.